
5 Putsis: Robin(7), Rose (8), Charlie (10) and their parents Ankie (38) and Michael(40)! A French German Family volunteering during 2 years around the world: USA, Mexico, Peru, Chile, Argentina, Brazil, Bali, NZ, Australia, SEA and back home via China, Mongolia and Russia with the Transsibirian train. #worldschooling #family #travelwithkids #voyage #famille #Reisen #Kinder #Familie #ief #freelearning #freilernen #volunteer
Freitag, 26. Oktober 2018
Dienstag, 23. Oktober 2018
Von Angers nach Los Angeles… oder: Reisen ist nicht Urlaub
So, liebe Leute !
Heute mal ein bisschen Text!
Vielen Dank, liebe
Ankie (allein verantwortlich!) für die tollen Bilder! Sagen mehr als
1000 Worte! Und auszerdem sind sie so schön, dass sie selbst mir
dabei helfen, eine schönere Reise zu erleben. Oder zumindest in
Erinnerung zu behalten ;-)
Ich will das schöne
Bild, das sich jeder so ausgemalt hat auch nicht verwischen. Nur
bereichern (um 1260 Worte). Und für die, die es vielleicht
interessiert, auch erzählen, was dahinter steckt. Einfach ist es
nämlich nicht immer, auch wenn wir auf den Fotos meistens lachen.
Gerade sind wir also
in L.A. angekommen, 3.00 Uhr nachts, Ortszeit. Fahrt von Big Sur bis
Hazienda Heights, Ankie ist die 1. Hälfte der Strecke gefahren. In
12h ist hier ein high school football game, was wir uns mal anschauen
wollen. Ankie und die Kids schlafen hinten im Auto. Hab hier auf ‘nem
Recyclinghof ein verstecktes kleines Plätzchen gefunden – weit weg
von "komischen Neighborhoods", sichtgeschützt und nicht
von Straszenlaternen beleuchtet. So kann ich mit Charlie ruhig auf
dem Dach schlafen. (Er ist heute dran, die Kinder streiten sich
darum, wer mit mir oben schlafen darf.) Für fünf ist der Chevy
Tahoe nämlich doch ein bisschen zu eng. Haben wir probiert, in den
Rockies, wo es kalt war. Zu viert geht. Mit Ankie vorn auf dem
Fahrersitz haben wir auch probiert, in San Francisco. Geht auch mal,
aber keine langfristige Lösung…
Warum eigentlich
dieses Auto? Und kein Wohnmobil, wie geplant?
Eigentlich wollten
wir uns ja bis zum 25. Dezember Zeit nehmen, von Osten nach Westen zu
roadtrippen… Aber es ist so einiges anders gekommen, wie das immer
mal passiert, beim Reisen dann aber gröszere Konsequenzen zur Folge
hat…
Was ging alles
"schief": 1) Unser Laptop wurde noch in Angers aus der
Gästewohnung unserer Wohngemeinschaft gestohlen! Die Kinder
schliefen direkt daneben, Ankie war 10m dahinter auf der Terasse und
die Diebe kamen durch die (nicht abgeschlossene) Wohnungstür einfach
rein und sind mit dem Ding wieder raus. Gescannte Papiere,
Familienfotos der letzten 4 Jahre und meine gesamten
Unterrichtsmaterialien drin (ohne Sicherheitskopie irgendwo
natürlich). Scheisze! Aber was machen? Weiter geht’s! Die Tickets
waren gebucht.
Am Flughafen, beim
Einchecken (natürlich im letzten Moment), sagen uns die netten Leute
von der Airline, das Trump die ESTA-Regeln kürzlich geändert hat :
Wir wussten, dass wir, um in die USA einreisen zu dürfen,
Ausreisetickets vorweisen müssen, innerhalb von 90 Tagen nach der
Einreise. War alles klar, Ankie hatte am Vortag von L.A. nach Cancun,
Mexico gebucht. Nun sagten uns die Leute aber, dass Mexico (und auch
Canada) nicht als Ausreiseland reicht, da es zu nah dran an den USA
ist (und wir ja einfach wieder zurück einreisen könnten…)
Brasilien wäre o.k., und da dass unsere nächste geplante Etappe
war, haben wir versucht, per Telefon (Danke Michel und
Colette!), Tickets von Mexico nach Sao Paolo zu buchen. Hat auch
irgendwie geklappt, hat eben nur mal 3000€ insgesamt gekostet, was
so nicht in unserem Budget eingeplant war. Aber so hatten wir
zumindest eine Flugnummer, die wir angeben konnten, um in die
Boardingzone (und dann in den Flieger) zu kommen (letzte Sekunde!)
Und jetzt auch mal
was Positives : 1) Unser Konto (bzw. auch das von Colette und
Michel) war nicht gedeckt, wodurch wir die teuren Tickets nach
Brasilien doch nicht erwerben konnten. In den USA waren wir nun aber
doch schon drin. :-P
2) Bei irgendeiner
Wohnungsdurchsuchung hat die Polizei in Angers unseren Computer
wiedergefunden!!! Und dann auch noch Ankies Eltern kontaktiert
(obwohl ich nicht mal eine Anzeige erstattet hatte (aufgrund
fehlender Rechnung nicht möglich gewesen)). Wir haben also alles
wieder, auch meine 2 Jahre Unterrichtsarbeit, was mir hoffentlich
während der Reise noch so ein paar mal dienlich sein sollte.
3) Die Woche bei den
Karis war sehr geil und ein schöner Übergang vom sesshaften zum
Wander-leben. Sie konnten uns z.B. behilflich dabei sein, mein
Portemonnaie am Flughafen wiederzubekommen, welches ich im Flugzeug
liegen gelassen hatte. ;-) Und auch dabei, unser schönes
Mietauto im Sonderangebot zu bekommen, denn der Kauf eines Wohnmobils
hätte sich ja für einen Monat nicht mehr so richtig gelohnt. Einen
Monat!? Warum, wissen wir auch nicht so genau, aber bei der Buchung
hat Ankie irgendwie den Dezember mit dem Oktober verwechselt. (Kurze
linguistische Klammer: Der Name dezem-ber (lateinischen
Ursprungs) steht eigentlich für den 10. Monat, was man noch bei den
romanischen Sprachen nachvollziehen kann, wie z.B. diez auf
Spanisch oder dix auf Französisch. (Okto-ber ist
demnach eigentlich auch "nur" der 8. Monat.) Anstatt sich
darüber zu ärgern, haben wir uns entschieden, die positiven Aspekte
davon zu schätzen, z.B., dass wir dadruch eine Menge Geld sparen,
wenn wir zwei Monate weniger in den USA verbringen. Nachteil ist
allerdings natürlich der gestraffte Zeitplan, was ich persönlich
schon körperlich aber vor allem auch psychisch spüre (Müdigkeit,
weniger Geduld etc.) und eine gewisse Frustration, des Öfteren an
der Oberfläche des beobachtenden Touristen zu bleiben. Gern hätte
ich z.B. mal eine Begegnung mit amerikanischen Homeschoolern gehabt
oder eine Wandertour mit Übernachtung in den Rockies gemacht.
Übrigens war die Ankunft dort für mich der gefühlte Beginn unserer
Reise. Dafür hat es sich echt gelohnt, und es ist beeindruckend zu
sehen, wie das "zivilisierteste" Land unserer Erde noch so
viel wundervolle, unberührte Natur bewahrt hat. Und wie unglaublich!
Wie vielfältig! Wie leer! (Stellenweise, im Gegensatz zu anderen,
bekannten und "gut besuchten" Orten, wo die Shuttlebusse
aller 10 Minuten von den Groszraumparkplätzen zu den Trails fahren,
und wo man sich beim Wandern wie auf der Loveparade (der Hiker)
vorkommt.
Inzwischen haben wir
uns aber einigermaszen ins Reisen eingefuchst. Wird ja auch Zeit,
denn in 4 Tagen sind die USA schon wieder abgehakt. Am 25. geht es
nämlich nach Cancun, Mexico, da, "wo die Reichen hinfliegen",
wie mir heute ein Mexikaner an der Tankstelle verriet. Dann wird
Ankie die komplette Verantwortung tragen, dann mit meinem
Duolingo-Spanisch werde ich ihr die erste Zeit wohl nur wenig helfen
können.
Wenn ich denn
überhaupt dabei sein kann, denn erstmal muss ich morgen noch einen
Übergangsreisepass beim deutschen Konsulat beantragen. Mein
richtiger ist "uns" nämlich irgendwie abhanden gekommen,
zusammen mit meinem Führerschein. ;-/ (Mutti wird das bestimmt
nicht so lustig finden, hatte sie doch bei der Portmonnaie-Geschichte
noch gemahnt, wir sollen ab jetzt besser aufpassen.) Wer von uns
beiden aber nun genau dafür verantwortlich war, wissen wir nicht,
denn eigentlich wollte Ankie die Verantwortung für die Pässe
übernehmen, der Führerschein war aber in meinem (gerade erst
wiedergefundenen) Portemonnaie. Bei der Autovermietung waren wir dann
beide am Schalter, jeweils nacheinander, mit den Papieren…
Wenigstens haben wir uns aber (diesmal) nicht darüber gestritten,
und das ist doch mal was Gutes, oder?
Ansonsten seht Ihr
ja auf den Fotos, dass es uns tatsächlich gut geht. Ehrlich gesagt,
ist der Stress für mich an manchen Tagen eine echte Herausforderung,
und bis jetzt ordne ich diese erste Reiseetappe eher als Lektion des
Lebens ein, um sie für mich als "gewinnbringend" zu
empfinden. Ich empfand sie nämlich weder erholsam, noch sehr
bereichernd, da die Erfahrungen, die Begegnungen und die Aktivitäten
für mich oft zu schnell und zu oberflächlich waren. (Kurze
kulturelle Klammer: Meine emotionale Zuneigung zum "gemeinen
US-Amerikaner" hat sich eher gefestigt. Sehr freundlich,
hilfsbereit, einfache Kontaktaufnahme. Der Texaner auf dem Bild z.B.
hat uns einfach mal so unser Essen bezahlt, obwohl er uns gerade 10
Minuten gesehen hat. Und erst danach haben wir ein bisschen
intensiver mit ihm geplauscht. Andererseits haben wir auch ein paar
krasse Verkehrsnazis erlebt, die sich mit furchterregener Gestik und
Mimik über Ankies Fahrstil (und Robins Gymnastik auf der
Rücksitzbank und am offenen Fenster) beschwerten. Alabama ist halt
nicht Paris ;-) )
Das soll erstmal
genug Text für die ersten vier Wochen gewesen sein. Danke für’s
Lesen! Und liebste Grüsze nach Hause!!! :-*
P.S. :
Abgesehen von der Tatsache, dass wir für’s Schlafen (aber auch
für’s Essen) immer wieder ein "ruhiges Plätzchen"
finden müssen, gibt es noch ein anderes Detail, das mir bewusst
gemacht hat, dass sich unsere Situation wirklich der von Obdachlosen
annähert: Unseren Abwasch machen wir nach dem Picknick immer in
öffentlichen Toiletten (von denen es hier praktischer Weise
reichlich gibt). In einem ärmeren Viertel von Las Vegas, wo auch ein
Obdachloser direkt neben dem Spielplatz sein Lager errichtet hatte,
habe ich den Abwasch neben einem Mann gemacht, der dort seine Wäsche
gewaschen hat… Meistens ist es aber anders herum: Es sind eher
"wohlhabendere" Leute, die sich neben uns die Hände
waschen und etwas seltsam unseren Abwasch beäugen.
Montag, 22. Oktober 2018
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